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(Erst mal)Kein Studium? Chance Ausbildungsberuf!

Auch ohne Hochschulzugangsberechtigung bieten sich zahlreiche Möglichkeiten

Das Gesundheitswesen ist eine der wichtigsten und größten Branchen in der Bundesrepublik Deutschland. Rund 230.000 Unternehmen und Institutionen sind potenzielle Arbeitgeber, schon jetzt leisten rund sechs Millionen Menschen täglich ihren Beitrag zu einem Niveau in der Gesundheitsversorgung, das im internationalen Vergleich hohes Ansehen genießt. Auf das deutsche Gesundheitswesen kommen aber auch große Herausforderungen zu, der Fachkräftemangel ist angesichts des Demographiewandels und des rasanten technischen Fortschritts heute schon spürbar. Um die Qualität der Versorgung hoch halten zu können, muss die Zahl der Beschäftigten weiter wachsen. Ein erfolgreiches Studium ist nicht unbedingt Voraussetzung, um in der Wachstumsbranche Gesundheit Fuß zu fassen, es gibt auch eine Reihe von Ausbildungen, die das Tor zum professionellen Dienst am Menschen öffnen.

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© Hochschule Fresenius, 2015

Es geht dabei auch um die Eröffnung von Perspektiven für all diejenigen, die sich entweder nicht im ersten Anlauf für ein Studium qualifizieren – oder vielleicht den Wunsch nach einer praxisnahen Ausbildung haben, bevor sie sich in das hochschulische Leben stürzen möchten. Selbst mit Hauptschulabschluss ist im späteren Verlauf der Karriere unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen die Aufnahme eines Studiums möglich. Dieses von der Politik seit langem geforderte Prinzip der „Durchlässigkeit" zwischen Beruf und Studium hat im hochschulischen Alltag seinen Niederschlag gefunden.

Ein Beispiel dafür, wie das Prinzip der Durchlässigkeit in der Praxis eine Rolle spielt, liefert der Fachbereich Gesundheit & Soziales der Hochschule Fresenius mit den angegliederten Berufsfachschulen. Hier können sich junge Menschen, die nicht über eine Zugangsberechtigung zu einer Hochschule Verfügen, für viel versprechende Berufe qualifizieren - oder nach Abschluss ihrer Berufsausbildung unter bestimmten weiteren Voraussetzungen ein Studium beginnen.

Unterstützung Bedürftiger, Förderung der Jüngsten: Sozialassistent und Erzieher

Beispiele für solche Ausbildungsberufe sind Sozialassistent, Erzieher, Physiotherapeut, Ergotherapeut und Logopäde. Alle der genannten Gruppen leisten täglich auch ohne Studium einen wertvollen Beitrag für das Gesundheits- und Sozialwesen und nehmen damit eine wichtige Position in der Gesellschaft ein. Sie kümmern sich einerseits um die Entwicklung und Förderung unserer jüngsten Mitmenschen, andererseits aber auch um die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen.

  • Sozialassistenten sind für die Pflege und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Beeinträchtigungen zuständig. Sie ergänzen die Arbeit von pädagogischen und pflegerischen Fachkräften. Die Hauptarbeitsfelder liegen in den Bereichen Pflege und Betreuung, Hauswirtschaft sowie in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ob es nun um die Hilfeleistung bei der Körperpflege und Nahrungsaufnahme geht, die Unterstützung beim Kochen, der Haushaltsführung und beim Einkaufen oder auch die Anleitung zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung geht – die Leistungen des Sozialassistenten sind unverzichtbar. 
  • Der staatlich geprüfte Sozialassistent hat die Möglichkeit, die Ausbildung zum Erzieher zu machen.Dieser ist gleichermaßen Vorbild und Bezugsperson für Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Neben der Beobachtung des Verhaltens und des Befindens der zu betreuenden Kinder gehört vor allem die Unterstützung der Lernprozesse und Förderung der geistigen, körperlichen und sprachlichen Entwicklung zu den wichtigsten Aufgaben dieses Berufszweiges. Das Spektrum der Tätigkeiten umfasst aber auch die Entwicklung von Konzepten und Strategien, zu denen beispielsweise langfristig angelegte Erziehungspläne gehören.

Therapieberufe mit Zukunft: Logopäde, Physiotherapeut, Ergotherapeut

Gerade der Bedarf an qualifizierten Therapeuten steigt, in vielen Bereichen sind schon jetzt Engpässe zu beklagen. Umso besser sind die Berufsaussichten für diejenigen, die eine entsprechende Ausbildung gemacht haben.

  • Auch, aber beileibe nicht nur mit Kindern arbeiten Logopäden, die Experten für Sprache, Stimme und Sprechen. Insgesamt leben in der Bundesrepublik rund eine Million Menschen, die eine logopädische Behandlung benötigen. Sie leiden beispielsweise unter Störungen wie Stottern, Lispeln, chronische Heiserkeit oder Stimmüberlastung. Auch Hör- und Schluckstörungen zählen zum Behandlungsspektrum der Logopäden. Eine besonders intensive Therapie benötigen Patienten, die etwa durch Unfall oder Schlaganfall ihr Sprachvermögen ganz oder teilweise verloren haben. Die Wiederherstellung oder Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit ist für die Betroffenen sowohl in privater wie auch in beruflicher Hinsicht ein existentielles Bedürfnis und unterstreicht die Wichtigkeit der Aufgabe.
  • Um größtmögliche Selbstständigkeit, Handlungskompetenz und bestmögliche Bewältigung des Alltages geht es bei den Ergotherapeuten. Dabei steht der „Mensch als Ganzes", seine Persönlichkeit, seine Bedürfnisse und Möglichkeiten in der aktuellen Lebenssituation - und nicht zuletzt auch seine alltägliche Umgebung – im Mittelpunkt der Betrachtung. So vielfältig wie die Einsatzfelder, so variabel sind auch die Maßnahmen, die ihren Fokus mal auf Prävention, mal auf Integration, natürlich aber auch auf Heilung und Rehabilitation haben. Dafür benötigen Ergotherapeuten ein breitgefächertes Wissen.In ihrem beruflichen Alltag bauen sie eine Brücke zwischen medizinischer, psychologischer, pädagogischer und nicht zuletztsozialer Kompetenz, um Kindern mit Entwicklungsstörung, psychisch kranken Menschen, Unfallopfern mit Lähmungserscheinungen oder Schlaganfallpatienten mit neurologischen Ausfällen eine wertvolle Stütze zu sein.

Ergotherapeutin bastelt.
© Tilman Schenk

  • Mobilisation und Bewegung sind wichtige Schlagwörter für den Physiotherapeuten. Indem er das Ziel verfolgt, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Menschen zu entwickeln, zu erhalten oder wiederherzustellen, spielt auch er eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung von Grundbedürfnissen. Ebenso vielfältig wie die Ursachen sind die Behandlungsmethoden in der Physiotherapie. Bewegung, Massage, Wasser, Wärme, Kälte und Atmung zählen zu den natürlichen Heilmitteln, technische Mittel wie Reizstrom oder Ultraschall ergänzen die Anwendungsmöglichkeiten. Physiotherapeuten sind in nahezu allen medizinischen Fachgebieten tätig und finden somit ein breites Tätigkeitsfeld vor. Einen hohen Stellenwert genießt der Berufszweig zudem in den Wachstumsbranchen Sport, Fitness und Wellness.

 

 

Quelle: Alexander Pradka / Hochschule Fresenius, 2015

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