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Einfluss der Ernährung auf den Heilungsprozess bei Patienten

Die Ernährung hat erheblichen Einfluss auf den Heilungsprozess von erkrankten Patienten und darf deshalb nicht nur zum Stillen von Grundbedürfnissen angesehen werden. Das sogenannte „Kasseler Modell“ gilt als geeignetes Ernährungskonzept mit internationaler Anerkennung.

Gesunde Ernährung im Krankenhaus hilft gegen Mangelernährung

Mangelernährung verlangsamt Heilungsprozess

In der ernährungsmedizinischen und ernährungstherapeutischen Versorgung scheint es noch Verbesserungsbedarf zu geben: Denn laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) ist jeder vierte stationäre Patient in Deutschland mangelernährt (Stand Juni 2018). So die Angaben der DGEM, die die Gesellschaft anlässlich des „Ernährungskongresses“ im vergangenen Jahr machte.

Eine nicht zu unterschätzende Zahl, wenn man sich die Bedeutung der Ernährung für den Heilungsprozess von erkrankten Menschen bewusst macht. Auch insgesamt ist Mangelernährung mit etwa 1,5 Millionen Betroffenen in Deutschland ein ernst zu nehmendes Problem.

Prof. Dr. Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik der DRK-Kliniken Nordhessen in Kassel und Kongresspräsident der DGEM, beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit Mangelerscheinungen durch Ernährung und kennt die Problematik und vor allem die Folgen von Mangelernährung bei Patienten: Die Heilungsprozesse sind von der fehlenden Energie- und Nährstoffzufuhr erheblich betroffen, wodurch die Patienten letztlich einen längeren Krankenhausaufenthalt haben, in ihrer Lebensqualität eingeschränkt und zudem ein erhöhtes Sterberisiko aufweisen.

Individuelle Ernährung durch Kasseler Modell

Aus diesem Grund wurde unter Federführung von Prof. Löser das sogenannte, international anerkannte „Kasseler Modell“ entwickelt. Das Modell bietet dem Patienten ein individuelles und an seinem Ernährungsstatus ausgerichtetes Ernährungskonzept, bestehend aus einem Screening auf Mangelernährung, einer ernährungstherapeutischen Behandlung und einer individualisierten und professionellen Ernährungsberatung, wenn der Bedarf besteht. Zudem sind ein breites Speisenangebot mit nährstoffreichen und energiedichten Gerichten sowie Zwischenmahlzeiten darin vorgesehen. Dabei geht es nicht nur um die Essensmenge, sondern vor allem auch um eine vielseitige Ernährung, die den Patienten mit den richtigen und notwendigen Nährstoffen versorgt.

Auf diese Weise kann die Ernährung ihre Wirkung auf den Heilungsprozess und auf die Lebensqualität der Patienten in Gänze entfalten. „Wir dürfen Nahrung daher nicht mehr nur als Mittel zum Stillen eines Grundbedürfnisses ansehen, sondern als hochwirksamen Teil einer medizinischen Therapie“, sagte auch Ingrid Acker, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Berufsverbands Ökotrophologie (VDOE) anlässlich des vergangenen Ernährungskongresses, der übrigens im kommenden Jahr 2020 unter dem Motto „Ernährung – Medizin fürs Leben“ stehen wird.

Von einem individuellen Ernährungsplan und einer ernährungstherapeutischen Behandlung, wie es beispielsweise durch das „Kasseler Modell“ geboten wird, sollten insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen, Tumorpatienten und ältere Patienten Gebrauch machen, da sie als besonders gefährdet für Mangelernährung gelten.

Quelle: Redaktion Rechtsdepesche

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