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Ausbildung: Haus- und Familienpfleger/in

Haus- und Familienpfleger/innen betreuen und versorgen erkrankte Menschen in ihrem Haus, meist vorübergehend. Falls die kranke Person Kinder hat, kümmern sie sich auch um diese. Viele Aufgaben liegen im Bereich der Grundpflege und der Hauswirtschaft, aber sie nehmen auch pflegerische Tätigkeiten wahr. Die dreijährige schulische Ausbildung ist landesrechtlich geregelt und findet in Berufsfachschulen sowie im Praktikumsbetrieb statt.

Haus- und Familienpflegerin an der Waschmaschine.

1. Tätigkeit als Haus- und Familienpfleger/in

1.1 Aufgaben und Tätigkeiten

Haus- und Familienpfleger/innen übernehmen im Haushalt vielfältige Aufgaben. Neben der Pflege und Betreuung des Erkrankten, erledigen sie auch Einkäufe, waschen Wäsche und putzen das Haus. Handelt es sich bei der pflegebedürftigen Person beispielsweise um eine alleinerziehende Mutter, so nimmt der Haus- und Familienpfleger/die -helferin im Wesentlichen alle ihre Aufgaben wahr, also auch die Betreuung der Kinder. Bei allen Tätigkeiten und Maßnahmen halten sich die Pfleger an Absprachen z.B. in Bezug auf das Budget oder auf die Pflege, bei welcher sie an ärztliche Anweisungen gebunden sind. Eine Beschäftigung der Menschen ist ebenfalls zentral. Spielen, Musizieren und Malen sind typische Betätigungen auf diesem Gebiet.

1.2 Aufgaben im Einzelnen

  • Haushalt stellvertretend für erkrankte Person führen
  • Mahlzeiten zubereiten
  • aufräumen, putzen, waschen
  • Familienangehörige betreuen, z.B. Kinder bei Abwesenheit der Mutter trösten
  • Zusammenarbeit, Koordination und Absprache mit anderen Berufsgruppen wie Ärzten, Physiotherapeuten etc.

1.3 Arbeitsbereiche/Branchen

Beschäftigt werden Haus- und Familienpfleger/innen vor allem in

  • Sozialstationen
  • ambulanten Familienpflegediensten
  • Privathaushalten

1.4 Arbeitsgegenstände/-mittel (Auszug)

  • Haushaltsgeräte, Küchengeräte, Wasch- und Putzmittel
  • Bastelmaterialien, Spielzeug
  • Büroausstattung, Unterlagen
  • Pflegeutensilien, z.B. Verbände, Gehhilfen, Körperpflegemittel

1.5 Arbeitsbedingungen

  • Verantwortung für alte und junge Menschen 
  • Arbeit in der Küche
  • Körperkontakt zu Menschen
  • Psychisch belastende Situationen
  • Unregelmäßige Arbeitszeiten
  • Umgang mit Ausscheidungen
  • Infektionsgefahr
  • Umgang mit medizinischen Geräten
  • Arbeit wird größtenteils im Stehen und Gehen verrichtet
  • schweres Heben und Tragen
  • Handarbeit

1.6 Verdienst

  • im öffentlichen Dienst gem. TvöD monatlich brutto: 2673 bis 4245 Euro
  • in der freien Wirtschaft natürlich abweichende Gehälter möglich
Diese Angaben dienen lediglich der Orientierung. Aus ihnen können eine Ansprüche abgeleitet werden.

1.7 Zugangsvoraussetzungen

  • Abschluss als Haus- und Familienpfleger/in samt staatlicher Anerkennung

1.8 Spezialisierung sind durch Weiterbildungen u. a. in folgenden Bereichen möglich:

  • Ambulanter Pfleger/in
  • Rechtliche/r Betreuer/in

1.9 Anpassungsweiterbildung z.B.:

  • Kranken- und Altenbetreuung
  • Diätwesen, Ernährung
  • Jugendarbeit, Familienhilfe
  • Hauswirtschaft

1.10 Studienfächer (Auswahl)

  • Humanmedizin
  • Pflegemanagement
  • Medizinpädagogik
  • Soziale Arbeit

2. Ausbildung Haus- und Familienpfleger/in

2.1 Zugangsvoraussetzungen

Abhängig vom Bundesland, zumeist wird jedoch ein Hauptschulabschluss gefordert. Die Berufsfachschulen haben üblicherweise eigene Auswahlkriterien. Neben verschiedenen Eignungsvoraussetzungen kann beispielsweise auch ein freiwilliges soziales Jahr verlangt werden.

2.2 Ausbildungsinhalte u.a.

  • Haushaltsführung 
  • Ernährung, Inhaltsstoffe
  • Pflege von Menschen aller Altersgruppen im häuslichen  Umfeld
  • Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten
  • Pflegehandeln personenbezogen ausrichten 
  • Freizeitgestaltung der betreuten Personen

2.3 Ausbildungsvergütung/-kosten

Als schulische Ausbildung wird sie nicht vergütet. Im Gegenteil, es können sogar Gebühren anfallen. Öffentliche Schulen sind im Gegensatz zu privaten meist kostenfrei. Allerdings können immer Aufnahme- oder Prüfungsgebühren erhoben werden und die Arbeitsmaterialien müssen auch selbst finanziert werden.

2.4 Ausbildungsdauer

  • 3 Jahre
  • Verkürzung unter bestimmten Umständen möglich, z. B. FSJ

2.5 Ausbildungsform/-aufbau

Der theoretische Unterricht findet an Berufsfachschulen statt, dieser wird ergänzt durch Praktikumsphasen, die in entsprechenden Einrichtungen absolviert werden.

Aufbau:

1. Theoretische Wissensgrundlagen

  • Religion, Deutsch, Berufs- und Rechtskunde
  • Hauswirtschaft, Erziehung, Pflege

2. Praktische Ausbildung (30 Wochen)

  • Hauswirtschaft, Erziehung, Entbindungs- und Säuglingspflege, Altenpflege, Kranken- bzw. Behindertenpflege

2.6 Ausbildungsabschluss/-prüfung

  • Schriftliche Prüfung
  • Praktische Prüfung
  • Mündliche Prüfung (nicht in allen Ländern)

2.7 Berufsbezeichnung

  • z.B. in Baden-Württemberg: Staatlich geprüfter und anerkannter Haus- und Familienpfleger/Staatlich geprüfte und anerkannte Haus- und Familienpflegerin
  • abweichende Regelungen in anderen Ländern, teils gar keine landesrechtlichen Vorschriften, dann abhängig vom Bildungsanbieter

3. Rechtliche Regelungen

  • Rahmenvereinbarungen über die Berufsfachschulen
  • z.B.: in BW: Schulversuchsbestimmungen

4. Ausblick/Trends/Entwicklungen

Als Haus- und Familienpfleger/in leistet man eine wertvolle Arbeit, die es zum Beispiel Kindern ermöglicht, trotz vorübergehender Erkrankung eines alleinerziehenden Elternteils zu Hause wohnen zu bleiben. Da es heute sehr viele alleinerziehende Elternteile gibt und der Grundsatz „ambulant vor stationär" immer mehr an Bedeutung gewinnt, sind die beruflichen Perspektiven gut.

 

Hier erhalten Sie entsprechende Ausbildungsangebote oder Stellenangebote in der Pflege.

 

Quelle:

Bundesministerium für Gesundheit

Bundesagentur für Arbeit

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg

 

Stand: Oktober 2015 / aktualisiert Oktober 2018

Bildquelle: Edyta Pawlowska | Fotolia.com

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