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Ausbildung: Masseur/in und medizinische/r Bademeister/in

Masseure/innen und medizinische Bademeister/innen führen nach ärztlicher Diagnose unterschiedliche Formen der physikalischen Therapie durch. Zu den vielfältigen Therapiemöglichkeiten gehören u. a. Massagen, Heilbäder und Elektrotherapien. Die schulische Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt und findet an Berufsfachschulen statt. Sie dauert 2,5 Jahre.

Masseurin hilft Frau

1. Tätigkeit als Masseur/in und medizinische/r Bademeister/in

1.1 Aufgaben und Tätigkeiten

Bei der physikalischen Therapie geht es um das Auslösen körperlicher Reize beim Patienten, um die Körperfunktionen und das Wohlbefinden zu erhöhen. Die Auswahl der konkreten Behandlungsmethoden wie Massagen, Bewegungstherapien, elektro-, thermo- und strahlentherapeutische Behandlungsformen, Inhalationen, Packungen und Hydrotherapien obliegt dabei dem/der Masseur/in/medizinischen Bademeister/in, allerdings basiert die Behandlung üblicherweise auf einer ärztlichen Diagnose.

1.2 Aufgaben im Einzelnen

  • Konzipieren des Behandlungsplanes auf Basis der ärztlichen Verordnung
  • Durchführung der Behandlungen
  • Massagetherapie
  • Bewegungstherapie
  • Licht- und Strahlentherapie
  • Balneothereapie
  • Inhalationstherapie
  • Thermotherapie
  • Elektrotherapie
  • Hydrotherapie

1.3 Arbeitsbereiche/Branchen

Beschäftigt werden Masseure/innen und medizinische Bademeister/innen vor allem in

  • Krankenhäusern
  • Reha-Zentren
  • Praxen von Masseuren und medizinischen Bademeistern und anderen medizinischen Berufen oder selbstständig
  • Facharztpraxen
  • Kur- und Wellnesseinrichtungen
  • Sportvereine, Leistungszentren, Olympiastützpunkte

1.4 Arbeitsgegenstände/-mittel u. a.

  • Behandlungsliegen, Massageliegen
  • Einreibemittel, Massageöle, Durchblutungssalben
  • Heißluftstrahler, Infrarotstrahler
  • Wickel, Packungen, Kompressen, Kältesprays

1.5 Arbeitsbedingungen

  • Verantwortung für Menschen
  • Behandlung von Menschen aller Altersgruppen
  • Arbeit in Kliniken/Praxen
  • Körperkontakt zu Menschen
  • Physische Anstrengungen

1.6 Verdienst

Bruttogrundvergütung nach TVöD (monatlich): 2788 bis 3081. Diese Angaben der Bundesagentur für Arbeit dienen der Orientierung. Aus ihnen können keine Ansprüche geltend gemacht werden.

1.7 Zugangsvoraussetzungen

Erforderlich ist eine abgeschlossene Ausbildung als Masseur und medizinischer Bademeister.

1.8 Spezialisierung z. B. auf bestimmte Therapieformen wie

  • Sportphysiotherapie
  • spezielle Formen der Bewegungstherapie
  • spezielle Massagetechniken
  • manuelle Therapie
  • Rückenschule

1.9 Weiterbildungsmöglichkeiten/berufliche Entwicklungsperspektive

  • Spezialisierung auf einzelne Behandlungsmethoden
  • Zusatzqualifikationen für weitere Behandlungsmethoden (Zertifikatsleistungen)
  • Fachqualifikation zum Physiotherapeut oder Fitness-Fachwirt

1.10 Studienfächer u. a.

  • Physiotherapie
  • Rehabilitations-, Sonderpädagogik
  • Ergotherapie
  • Humanmedizin
  • Heilpädagogik

1.11 Existenzgründung

Es besteht für Masseure/innen und medizinische Bademeister/innen die Möglichkeit, sich mit einer eigenen Praxis selbstständig zu machen.

2. Ausbildung Masseur/in und medizinische/r Bademeister/in

2.1 Zugangsvoraussetzungen

Mindestens ist i. d. R. ein Hauptschulabschluss notwendig oder eine gleichwertige Schulbildung bzw. eine Berufsausbildung mit mindestens einjähriger Dauer.

2.2 Ausbildungsinhalte

  • Aufbau des Bewegungsapparats eines Menschen
  • Aufbau des Bluts, der Kreislauforgane, des Nerven- und Lymphsystems
  • Funktion des Zentralnervensystems
  • Aufbau der Skelettmuskulatur
  • Hygienegrundlagen
  • Ursachen und Arten verschiedener Krankheiten
  • Verschiedene Therapieformen und Techniken

2.3 Ausbildungsvergütung/-kosten

  • Die schulische Ausbildung selbst wird nicht vergütet.
  • Das an die Ausbildung anschließende Praktikum wird in Einrichtungen des öffentlichen Dienstes oder von privaten Trägern, die sich am öffentlichen Tarif orientieren mit 1495 Euro monatlich vergütet.

Diese Angabe der Bundesagentur für Arbeit dient der Orientierung. Aus ihnen können keine Ansprüche geltend gemacht werden.

  • Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen eine finanzielle Förderung.

2.4 Ausbildungsdauer

  • 2,5 Jahre

2.5 Ausbildungsform/-aufbau

Der theoretische und praktische Unterricht findet an Berufsfachschulen statt. Pflichtpraktika werden in medizinischen Einrichtungen abgeleistet.

Aufbau:

1. Theoretischer und praktischer Unterricht an der Berufsfachschule z. B. in

  • Anatomie und Physiologie
  • Krankheitslehre
  • Psychologie/Pädagogik/Soziologie
  • Massagetherapie
  • Berufs-, Gesetzes-, Staatskunde
  • Elektro-, Licht-. und Strahlentherapie

2. Praktische Ausbildung in Kliniken, Reha-Einrichtungen oder physiotherapeutischen Praxen u. a. in

  • Massagetherapie
  • Elektro-, Licht- und Strahlentherapie
  • Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie

2.6 Ausbildungsabschluss/-prüfung

  • schriftliche Prüfung
  • praktische Prüfung
  • mündliche Prüfung

2.7 Berufsbezeichnung

  • Masseur und medizinischer Bademeister/Masseurin und medizinische Bademeisterin

3. Rechtliche Regelungen

  • Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Masseure und medizinische Bademeister
  • Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie

4. Ausblick/Trends/Entwicklungen

Die Berufsaussichten für Masseure/innen und medizinische Bademeister/innen sind sehr gut. Bedingt durch den demografischen Wandel sehen sie sich einer wachsenden Zielgruppe gegenüber und durch die vielfältigen Fortbildungsangebote ist auch ein beruflicher Aufstieg bzw. Umstieg jederzeit möglich. Neben relativ sicheren Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst besteht auch die attraktive Möglichkeit einer Existenzgründung mit einer eigenen Massagepraxis. Zusätzlich zu den medizinischen Anwendungen auf Rezept, können auch private Leistungen angeboten werden als Wellness- und Entspannungsprogramme.

 

Hier erhalten Sie entsprechende Ausbildungsangebote oder Stellenangebote in der Pflege.

 

Quelle:

Bundesministerium für Gesundheit

Bundesagentur für Arbeit

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg

 

Stand: Oktober 2015 / aktualisiert Oktober 2018

 

Bildquelle: Photographee.eu | Fotolia.com

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