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Ausbildung in der Pflege: "Mach Karriere als Mensch"

"Mach Karriere als Mensch!" – das ist das Motto der Pflegekampagne des Bundesfamilienministeriums im Rahmen der "Ausbildungsoffensive Pflege". Ihr Ziel ist es, mehr (junge) Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen. Sie begleitet die generalistischen Pflegeausbildungen, die mit dem Pflegeberufegesetz einhergehen.

Vorteile der generalistischen Pflegeausbildungen

Für Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey ist Pflege ein Zukunftsberuf. Die modernisierten Pflegeausbildungen sollen ab 2020 den Weg in den Beruf erleichtern: "Endlich wird das Schulgeld abgeschafft und überall in Deutschland eine angemessene Ausbildungsvergütung sichergestellt. Mit der generalistischen Ausbildung können die Fachkräfte in allen Pflegebereichen von der Kinderkrankenpflege bis zur Altenpflege arbeiten. Und wer will, kann die Ausbildung als Studium absolvieren", so Giffey. Das Bundesfamilienministerium strebt an, die Zahl der Pflegeauszubildenden von 2019 bis 2023 um zehn Prozent zu steigern.

Ausbildungsoffensive Pflege

Flankiert wird die Pflegekampagne von rund 40 Partnern der "Ausbildungsoffensive Pflege", die im Januar 2019 im Rahmen der "Konzertierten Aktion Pflege" gestartet ist, um die Einführung der neuen Pflegeausbildungen mit rund 100 Maßnahmen zu unterstützen und den ersten Ausbildungsjahrgang sowie die ausbildenden Einrichtungen zu begleiten. Zu den Partnern zählen unter anderem Bund, Länder, Kommunen sowie Wohlfahrts-, Berufs- und Trägerverbände und die Bundesagentur für Arbeit. Über die Kampagne hinaus hat das Bundesfamilienministerium beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) das "Beratungsteam Pflegeausbildung" aufgestockt, das deutschlandweit Pflegeschulen und Pflegeeinrichtungen sowie Interessenten über die neuen Pflegeausbildungen informiert und berät.

DBfK: Rechte von Auszubildenden stärken

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) – Mitglied der Arbeitsgruppe 1 (Ausbildung) der Konzertierten Aktion Pflege – begrüßt den Appell für mehr Menschlichkeit:

"Wer ausbildet, trägt Verantwortung und ist eine Verpflichtung eingegangen", sagt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein. Mit dem Ausbildungsvertrag hätten Pflegeschüler/innen Anspruch auf Rahmenbedingungen, die dem Erreichen des Ausbildungsziels dienen; auf qualifizierte Praxisanleitung im Umfang von mindestens 10 Prozent ihrer Ausbildungszeit sowie auf Freistellung zur Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen und auf Lern- und Vorbereitungszeiten. Es dürften aber den Auszubildenden nur solche Aufgaben übertragen werden, die dem Ausbildungszweck und -stand entsprächen – so sei es im Pflegeberufegesetz festgelegt. "Leider liegen häufig Welten zwischen dem, was Pflegeschüler/innen im theoretischen Unterricht lernen, und der erlebten Pflegepraxis in den Ausbildungsbetrieben", kritisiert Bienstein.

Die unter dem Motto "Mach Karriere als Mensch!" stehende Ausbildungsreform mit der generalistischen Pflegeausbildung bietet dem DBfK zufolge die Chance, den Pflegeberuf wieder konkurrenzfähig zu machen und Berufseinsteigern wirkliche berufliche Perspektiven zu geben. Auszubildende sollen Lernende sein dürfen und Wertschätzung erfahren, um mit Freude und Engagement langfristig im Zukunftsberuf Pflege zu bleiben.

 

Quellen:


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