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Was macht einen guten Arbeitgeber in der Pflege aus?

Professionelle Pflegekräfte sind in Zeiten des demographischen Wandels gefragt wie nie. Doch Arbeitgeber ist nicht gleich Arbeitgeber. Worauf du bei der Stellensuche achten solltest.

In der Studie „Attraktive Jobs: Was Fachkräfte sich von Arbeitgebern wünschen“ wurden über 2000 Fachkräfte mit Berufsausbildung, unter anderem aus der Pflegebranche, befragt, was für sie einen guten Arbeitgeber ausmacht. Die vom Portal meinestadt.de 2018 in Auftrag gegebene Untersuchung ergab, dass ein sicherer Arbeitsplatz besonders wichtig ist. Da der Pflegebereich wegen des demographischen Wandels zukunftsträchtiger denn je ist, können sich Jobsuchende derzeit darauf verlassen, schnell eine unbefristete Anstellung zu finden. Was aber zählt noch, außer einer sicheren Stelle?

Die Stellenausschreibung auswerten

Schon aus dem Jobinserat lässt sich einiges herauslesen. Folgende zentrale Fragen solltest du abklopfen, bevor du dich bewirbst. (Eventuell werden sie nicht alle in der Stellenanzeige beantwortet. Hast du trotzdem einen guten Eindruck, kannst du sie klären, wenn du zum Bewerbungsgespräch eingeladen wirst.)

  • Ist die Anzeige authentisch, transparent und persönlich formuliert?
  • Ist die Beschäftigung langfristig mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag?
  • Welche Arbeitszeitmodelle sind möglich (Teilzeit, Vollzeit, Familienfreundlichkeit)?
  • Wird eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit Verantwortung geboten?
  • Kannst du deine Stärken einbringen und dich weiterentwickeln?
  • Wie sieht das Gehalt aus? Wird (über)tariflich gezahlt?
  • Gibt es Jahressonderzahlungen, Urlaubsgeld oder eine Leistungszulage?
  • Zahlt der Arbeitgeber in eine betriebliche Altersvorsorge ein?
  • Gibt es andere vermögenswirksame Leitungen?
  • Wie viele Urlaubstage werden geboten?
  • Erhältst du Zusatzurlaub als Schichtdienst-Ausgleich?
  • Bei ambulanter Tätigkeit: Wird dir ein Dienstwagen oder anderes Fortbewegungsmittel gestellt?
  • Ist die Verkehrsanbindung und Lage deines Arbeitsplatzes gut?
  • Welche zusätzlichen Leistungen bietet der Arbeitgeber? (Shopping-Karten, Kindergartenzuschuss, Besinnungstage, Berufskleidung …)
  • Legt der Arbeitgeber Wert auf betriebliche Gesundheitsmaßnahmen?
  • Wie sieht es mit der Digitalisierung aus (zum Beispiel Tourenplanung, vereinfachte Pflegedokumentation)?
  • Wird sich Zeit genommen für die Einarbeitung?
  • Welche Aufstiegschancen hast du bei diesem Unternehmen?

Eine Stellenausschreibung allein macht aber noch kein Unternehmen aus. Recherchiere deshalb vorab im Internet Zahlen und Fakten rund um deinen möglichen Arbeitgeber. Wie bewerten derzeitige Mitarbeiter das Unternehmen? Wie stellt es sich dar? Vielleicht kennst du sogar jemanden persönlich, der dort arbeitet und den du befragen kannst.

Das Bewerbungsgespräch

Wirst du nach deiner Bewerbung zum persönlichen Gespräch eingeladen, hast du die erste Hürde genommen. Doch jetzt geht es erst richtig los: Denn nicht nur der Arbeitgeber möchte dich kennenlernen und einschätzen, sondern auch du solltest auf Herz und Nieren prüfen, ob die mögliche Tätigkeit zu dir und deinen Vorstellungen passt.

1.    Erster Eindruck

Beim ersten Eindruck geht es noch nicht um die harten Fakten. Wichtig sind dein Bauchgefühl und deine Wahrnehmung: Ist dir das Unternehmen sympathisch? Wird offen kommuniziert? Wird hier nur Dienst nach Vorschrift verlangt oder auf ein gutes Betriebsklima wertgelegt und der einzelne Mensch wertgeschätzt? Ist eine individuelle Versorgung der Patienten/Bewohner möglich?

2.    Individuelle Dienstplangestaltung

Das Unternehmen sollte Wert darauflegen, dass die Dienstpläne langfristig angelegt werden. Zwei Wochen vorab sollten die Schichten bekannt sein. Frage außerdem, wie bei Ausfällen vorgegangen wird. Gibt es Rufbereitschaft oder Springer, die zum Einsatz kommen können? Oder müssen Überstunden geleistet werden? Wichtig ist, dass der Arbeitgeber bei der Planung deine Bedürfnisse – trotz eines eventuellen Personalmangels – mitberücksichtigt.

3.    Gehaltsverhandlung

Meist geht es zum Ende des Gesprächs hin um das Gehalt. Bleibe an diesem Punkt hartnäckig und pokere ruhig etwas höher. Denn du wirst gebraucht! Kommuniziere also offen deine Vorstellungen und frage an dieser Stelle noch mal nach, welche Zusatzleistungen geboten werden. Vielleicht werden sogar Weiterbildungen bezuschusst oder ganz übernommen?

4.    Fragen, Fragen, Fragen

Generell solltest du beim Bewerbungsgespräch keine Frage offenlassen. Mache dir im Vorfeld am besten Stichpunkte und kläre alle unklaren Punkte schon im Verlauf des Gesprächs. Versuche so viele konkrete Dinge wie möglich zu erfahren: Welche Fitness- und Sportangebote macht das Unternehmen? Sind die Dienstwägen modern? Welche Rabatte gibt es? Wichtig sind auch Fragen zum Arbeitsklima: Ist die Fluktuation unter den Kollegen hoch oder fühlen sich die Mitarbeiter dem Unternehmen verbunden? Wer ist bei Problemen ansprechbar?

5.    Arbeitsumfeld und Pflegepraxis

Ein Gespräch ist schön und gut, aber du solltest unbedingt im Vorfeld dein zukünftiges Arbeitsumfeld kennenlernen. Wie ist die Stimmung dort, riecht es gut, ist es sauber? Vielleicht kannst du sogar kurz mit anwesenden Mitarbeitern/Bewohnern sprechen? Wichtig ist, dass du vorab erfährst, wie die Pflegepraxis des jeweiligen Unternehmens ist: Wird die Pflegedokumentation erleichtert? Welche Hilfsmittel werden eingesetzt? Welche Faktoren spielen bei den dortigen Qualitätsstandards eine Rolle? Wie ist die Pflegephilosophie?

Du siehst: Eine gute Vorbereitung ist bei der Jobsuche das A und O – nicht nur, um den Job zu bekommen, sondern auch, um den richtigen zu finden.

Weiterlesen: Was macht eine gute Führungskraft in der Pflege aus?


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