Weiterbildung: Wundexperte/in

Wundexperten/innen versorgen Patienten/innen, die an chronischen Wunden und deren Begleiterscheinungen (z. B. Schmerzen) leiden. Bei der Ausbildung zum/r Wundexperten/in handelt es sich um eine Weiterbildung bzw. Spezialisierung im Pflegebereich.

1. Tätigkeit als Wundmanager/in

1.1 Beschreibung

Die Lebensqualität der Menschen wird durch chronische, schmerzende Wunden wie zum Beispiel bei Dekubitus-Patienten sehr eingeschränkt. Um dem frühzeitig entgegen zu wirken oder schon bestehende Wunden fachgerecht zu behandeln, werden Wundexperten/innen ausgebildet. Sie stellen die Diagnose und führen die angemessene Behandlung durch.

1.2 Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

  • Zusammenarbeit mit Haus- oder Fachärzten
  • Anwendung von verschriebenen Wundprodukten
  • fachgerechte Therapie und Beratung von Patienten und Angehörigen
  • Dokumentation von Maßnahmen und Evaluation
  • Beurteilung der Veränderung chronischer Wunden (Gutachten)

1.3 Arbeitsbereiche/Branchen

  • ambulante Pflege
  • stationäre Altenpflege
  • Rehabilitationskliniken
  • Krankenhäuser

1.4 Arbeitsgegenstände/-mittel

  • Schutzkleidung (z. B. Latexhandschuhe)
  • medizinische Hilfsmittel (z. B. Verbände)
  • technische Hilfsmittel und Büroausstattung (z. B. PC zur Dokumentation)

1.5 Arbeitsbedingungen

  • Verantwortung für Menschen
  • Körperkontakt (Versorgen der Wunden am Körper)
  • Tragen von Schutzkleidung (z. B. Handschuhe)
  • psychisch belastende Situationen
  • körperliche Belastbarkeit (z. B. bettlägerige Patienten umdrehen)

1.6 Verdienst/Einkommen

Das Einkommen variiert je nach Einsatzort und vorherige Qualifikation

1.7 Zugang zur Tätigkeit

Es wird eine abgeschlossene Berufsausbildung im Pflegebereich sowie die Weiterbildung zum/r Wundexperten/in benötigt.

1.8 Spezialisierung/Weiterbildungsmöglichkeiten

Neben einer Anpassungsweiterbildung in Form von Auffrischen des bereits erlernten Fachwissens ist auch eine karrierefördernde Weiterbildung – beispielsweise in Form eines Studiums – denkbar.

1.9 Existenzgründung

Wundexperten können sich beispielsweise mit einem eigenen ambulanten Pflegedienst selbstständig machen.

2. Ausbildung zum/r Wundmanager/in

2.1 Zugangsvoraussetzungen

Für die Weiterbildung zum Wundexperten benötigt man eine abgeschlossene Ausbildung zum/r:

  • Arzt/Ärztin
  • Apotheker/in
  • CTA (Chirurgisch Technischer/n Assistent/in)
  • COA (Chirurgisch Operativer/n Assistent/in)
  • Diabetesberater/in
  • Medizinische/n Fachangestellte/n
  • Heilpraktiker/in
  • Podologe/in
  • PTA

2.2 Ausbildungsinhalte

  • Wundentstehung, Wundbeurteilung, Wunddokumentation
  • Erfassen von Risikofaktoren
  • Versorgungstechniken (z. B. Salben)
  • Hygienestandards
  • schmerzlindernde Maßnahmen
  • Behandlung von Wunden (Reinigung, Desinfektion, Verbandswechsel)
  • Heilförderung (z.B. Ernährung, Hygiene)

2.3 Ausbildungsvergütung/-kosten

Die Weiterbildung wird an spezialisierten Einrichtungen vorgenommen. In der Regel fallen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie die Kosten für Arbeitsmaterialien an.

2.4 Ausbildungsdauer

Je nach Weiterbildungsform unterschiedlich, in der Regel ca. zwei Wochen.

2.5 Ausbildungsform/-aufbau

Neben dem theoretischen Unterrichtsteil (ca. 48 Schulstunden) ist eine Hospitation von insgesamt 16 Stunden während der Weiterbildung obligatorisch. Während der Hospitation werden die erlernten Weiterbildungsinhalte praktisch umgesetzt und angewendet.

2.6 Ausbildungsabschluss/Prüfung

Neben der Anwesenheit während der theoretischen Unterrichtsstunden und der Hospitation wird eine Abschlussprüfung abgelegt. Zudem muss für die Hospitation ein Abschlussbericht verfasst werden.

2.7 Abschluss/Berufsbezeichnung

  • Wundexperte ICW/Wundexpertin ICW

3. Ausblick/Trends/Entwicklungen

Schätzungen zufolge wird ab 2050 jeder dritte Mensch über 60 Jahre alt sein. Gerade im Alter lässt das Bindegewebe nach und die Haut bzw. der Körper im Allgemeinen wird empfindlicher. Eine fachgerechte Behandlung von Wunden ist demnach von zentraler Wichtigkeit, vor allem im Alter.

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